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Das Precision Farming Projekt preagro, eines der größten derzeit laufenden deutschen Forschungsprojekte in der Landwirtschaft, hat jetzt seine volle Arbeitskapazität erreicht. So konnten alle vorgesehenen wissenschaftlichen Stellen besetzt und hochmotivierte Praxispartner gewonnen werden. Nach umfangreicher Datenerhebung beginnt nun auf den Projektbetrieben die Umsetzung der teilflächenspezifischen Bewirtschaftung. Aus der Möglichkeit zur Nutzung moderner Ortungstechnik per GPS entwickelten sich in den letzten Jahren eine ganze Reihe technischer Verfahren für die teilflächenspezifsiche Betrachtung und Bewirtschaftung unserer Felder. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt befasst sich nun schwerpunktmäßig mit der pflanzenbaulichen Anpassung dieser Anwendungen. Am Ende der vierjährigen Projektlaufzeit sollen die wesentlichen Regeln für die Ableitung sinnvoller teilflächenspezifsicher Bewirtschaftungsmaßnahmen erarbeitet und praktisch erprobt sein. Schließlich werden diese Erkenntnisse in eine marktfähige Software umgesetzt und damit die effektive Anwendung der Precision Farming Technologie für den Praktiker wesentlich erleichtert. Der Projektinitiator, das Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung e.V. (ZALF) in Müncheberg, konnte für diese komplexe Aufgabe neben zahlreichen wissenschaftlichen Institutionen auch Partner aus der Industrie und dem landwirtschaftlichen Dienstleisterbereich gewinnen. Die praktische Erfahrung und das know-how der Firmen Agri Con, geo-konzept, Agrosat und Agrocom ist entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung des angestrebten Managementystems bis zur Marktreife. Die Basis des Projektes bilden derzeit zwei Lohnunternehmen und 17 Landwirtschaftsbetriebe im gesamten Bundesgebiet. Das Konzept des teilflächenspezifischen Pflanzenbaus mit den Bewirtschaftungsempfehlungen des zu entwickelnden Managementsystems wird so unter den verschiedensten naturräumlichen Gegebenheiten erprobt. Zur Zeit läuft bereits als erste, teilflächenspezifische Maßnahme, die Winterweizenaussaat. Für die Planung der auf die jeweilige Teilfläche bezogenen Aussaatstärke wurden im Vorfeld Informationen aus der Ertragskartierung, der Fernerkundung, den ermittelten Höhenmodellen, aus Karten der Reichsbodenschätzung, aus den Sorteneigenschaften und vor allem aus der Ortskenntnis des Landwirts herangezogen. Die Daten wurden miteinander verschnitten, interpretiert und die ermittelte Aussaatmenge mit zugehöriger Position auf eine Chipkarte gespeichert. So wird die vom Bordterminal geregelte Sämaschine selbsttätig das eingelesene Programm der Chipkarte abarbeiten und beispielsweise auf einer Kuppe, wo mit höheren Auswinterungsverlusten zu rechnen ist, eine größere Zahl Körner ablegen, als in der Ebene. Das Projekt will den großflächigen Einsatz von Precision Farming aber auch für die eingehende Untersuchung ökonomischer und ökologischer Wirkungen nutzen. So sollen zum Projektende unter anderem abgesicherte Ergebnisse zu effektiven Einsparmöglichkeiten für Dünge- und Pflanzenschutzmittel, möglichen Mehrerträgen und zum Schutz ökologisch sensibler Bereiche landwirtschaftlich genutzter Flächen vorliegen. Mit Erreichen der vollen Arbeitskapazität präsentiert sich preagro zunehmend in der Fachwelt und der Öffentlichkeit durch Beteiligung an wissenschaftlichen Tagungen, Veranstaltung von Fortbildungsseminaren oder Messepräsentationen wie bei der diesjährigen Agritechnica mit einem Stand auf der Sonderschau "Precision Farming". Den aktuellen Veranstaltungskalender und umfassende Informationen zum Projekt finden Sie im Internet unter www.preagro.de. (Kontakt: Daniel Kottenrodt, KTBL, Tel.: 06151/7001-126, Fax: 06151/7001-123, e-mail: d.kottenrodt@ktbl.de) |